Südafrika 2007/2008 (Teil 1 Von Jo-Burg bis Kap Agulhas)

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Ende 2007 flogen wir gegen Süden, um insgesamt 3,5 Wochen durch Südafrika zu reisen. Wir entschieden uns für einen Gabelflug und sind somit zunächst nach Johannesburg gejetted, wo wir am Flughafen unseren fahrbaren Untersatz für die nächsten Wochen entgegen nahmen. Das Angebot aus dem Internet war sehr günstig, doch wir waren dennoch überrascht, als man uns zu einem wunderschönen und noch dazu nagelneuen Golf II führte. Dieser wird nämlich dort noch unter dem Modellnamen "Chico" serienmäßig produziert.

Südafrika - unendliche Weiten - dies sind die Abenteuer...

Da wir aufgrund unserer da noch mangelnden Erfahrung mit Südafrika in Kombination mit den immer wieder in den Medien verbreiteten Horromeldungen aus den Großstädten und Townships noch verunsichert waren, beschlossen wir (, was wir später etwas bereut haben), Johannesburg und Pretoria nicht zu erkunden und sind statt dessen gleich Richtung Osten aufgebrochen.  Wir sind dann recht schnell nach links auf die N4 und dann R36 Richtung Lydenburg abgebogen, wo wir dann auch unsere erste Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag ging es dann von dort zu den nahe gelegenen Naturschönheiten um den Blyde River Canyon, die so pitoreske Namen wie "Gods window", "Wonder View" oder "Bourke's Luck Potholes" tragen. Die nächsten Aufnahmen entstanden in dieser Gegend:

Souvenirverkäuferin bei den Burke's Luck Potholes Aussichtspunkt World's End mit den Three Rondavels

Ebenfalls einen Besuch wert ist das "Cheetah-Project", in dem uneigennützig vom Aussterben bedrohte Geparden gezüchtet und wieder ausgewildert werden. Neben diesen anmutigen Wildkatzen finden weiterhin dort auch Wildhunde, Tiger und einige Vogelarten einen Altersruhesitz und Zufluchtsort.

Cheetah-Project in Hoedspruit

Nach diesen ersten bereits beeindruckenden Zielen fuhren wir weiter zu unserem ersten geplanten Hauptziel, dem Krüger-Nationalpark, der sich auf einem Gebite so groß wie Rheinland-Pfalz ausdehnt. Durch das Kruger-Gate gelangten wir in das Skukuza Camp, wo wir unser Zelt aufstellten. Aufgrund der beginnenden Weihnachtszeit waren die festen Unterkünfte im Park alle belegt und wir hatten wohl tatsächlich Glück mit unserem Campground. Ein freundlicher Bure half uns abends mit einer Laterne aus, so dass wir unser erstes "Braai" (Grillen) zelebrieren konnten. Die nächsten Tage verbrachten wir dann also mitten in der wilden Natur und fuhren in unserem Chico in gemächlichem Tempo die Strassen ab, immer auf der Suche nach den "Big Five" und weiteren Wildtieren. Unsere Erwartungen wurden erfüllt: Besonders beeindruckend waren natürlich die Elefantenherden, die zum Teil ganz dicht an unserer Blechkiste vorbeistolzierten,

Alter Einzelgänger

oder auch unsere erste Giraffe, die völlig unvermittelt sich hinter einer Kurve am Strassenrand vier Meter hoch auftürmte und völlig unbeeindruckt ihre Akazienzweige zermahlte...

Kudu-Bulle

Nach drei Tagen ging es dann weiter in Richtung Süden. Einen Abstecher nach Mosambik und Maputo konnten wir leider nicht unternehmen, da man uns an der fast schon "DDR-mäßigen" Grenzanlage nicht durchließ aufgrund einer fehlenden Genehmigung unserer Mietwagenfirma. Die konnten wir dann auch leider nicht kurzfristig bekommen, da am 2. Weihnachtsfeiertag auch in Südafrika die Büros geschlossen sind.

Also sind wir unverrichteter Dinge weiter nach Swaziland gefahren, einer der letzten drei absoluten Monarchien auf der Welt, umschlossen von Südafrika.

Auf  dem Weg dorthin sind wir in einem Dorf auf einen Friedhof gestoßen, den wir uns einmal näher angesehen haben: Viele der Gräber waren noch sehr jung und aus den Inschriften entnahmen wir, dass viele der dort ruhenden Menschen sehr jung gestorben sind. Aids ist ein großes Problem in Afrika, das wurde uns hier schlagartig sehr deutlich. Interessanterweise wird dies offenbar von der Bevölkerung immer noch nicht als ernsthaftes Problem wahrgenommen. Man redet sich oftmals ein, die entsprechenden Menschen seien an einer schweren Grippe o.Ä. verstorben.

Die Gräber der armen Leute besaßen keine Grabsteine, sondern waren mit beispielsweise bunten Plastikschüsseln geschmückt. Auf einem Grab lag ein ausgefranzter Koffer. Auch das ist Südafrika

Friedhof einer Siedlung an der R571

Wir übernachteten, sozusagen im krassen Gegensatz zu dem zuvor Beschriebenen, in einem wunderschönen Resort, welches mit traditionell anmuten Schlafhütten aufwartete.

Hawane Resort in Swasiland   

Nach guter Nacht sind wir dann noch ein wenig durch das kleine Land gefahren und sind dann auch noch auf einen Abstecher in ein Museumsdorf im Ezulwini Valley gefahren, welches allerdings sehr leer und künstlich wirkte. Danach wollten wir dann doch noch kurz vor der Weiterfahrt dem Königspalast im Royale Village einen Besuch abstatten und gelangten dort in das wohl für einen "Nordie" abgefahrendste Spektakel, was man sich vorstellen kann: Die Ncwala-Zeremonie. Traditionell gibt es in Swaziland in der Weihnachtswoche eine Reihe von traditionellen Festivitäten, zu deren Höhepunkt der König Mswati III. samt Hofstaat mit seinem Volk tanzt (urprünglich um die ersten Früchte des Jahres zu segnen und zu verzehren). Just zu diesem Event sind wir somit eigentlich eher zufällig vor dem Königspalast vorgefahren und haben dies dann so langsam realisiert, als uns immer mehr Männer in Ihren Leopardenfellröckchen über den Weg liefen.

Dies wollten wir uns nicht entgehen lassen. Es waren kaum Weisse dort und man hat uns trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb sehr freundlich willkommen geheissen und erklärt, dass Männer zwei sogenannte Desertsticks (=Holzstock) tragen und die Frauen sich ein Tuch umbinden mussten. So dann stand uns der Weg in den Kraal (den runden mit Palisaden umzäunten Festplatz) offen. Schön nach Männlein uns Weiblein getrennt begab ich mich also in die Männerabteilung (nachdem ich meine Schuhe ausziehen musste) und reihte mich nach freundlicher Ermutigung der tanzlustigen Jungs in den gemächlichen Tanzrhythmus ein und wartete mit der Menge ca. 2 Stunden, bis dann endlich der König einlief. Simone war in der Zwischenzeit bei den Frauen gelandet und hat es tatsächlich geschafft, mit der eigentlich dort nicht erlaubten Kamera einige sehr beeindruckende Aufnahmen zu schießen...

Nationalgarde Swazi bei der Ncwala Zeremonie

Kurze Pause vorm nächsten Antreten Swazi-Dandies

Die Ehefrauen des Königs In Erwartung des Königs

King-Mom Swazi-Frauen

Danach ging es weiter Richtung Süden wieder hinein nach RSA auf der N2. Am nächsten Tag besuchten wir den Hluhluwe Imfolozi Park,einen weiteren, aber sehr sehenswerten Tierpark, der im Gegensatz zum Krügerpark nicht so überlaufen ist.

Im Hluhluwe Imfolozi Park

Nach der Übernachtung in Ballito ging es dann an Durban vorbei nach Pietermaritzburg und von dort gleich weiter Richtung Drakensberge, wo wir uns zum Royal Natal National Park begaben. In einem Cottage Park mit angeschlossener Pizzeria im Turm (mit dem entsprechenden Namen "Tower of Pizza") verbrachten wir die nächsten 2 Tage. Von dort aus ging es zum nahegelegenen Amphitheater über die entsprechenden Hiking-Trails (z.B. Gorge Trail) und per Drivu zum Cathedral Peak.

Amphitheater

Weiter ging es Richtung Nord-Westen, durch den nicht großen aber dennoch sehenswerten Golden-Gate Highland National Park, vorbei an Wartburg und Ficksburg (R614 & R26) hinein nach Lesotho via Maseru Bridge. Durch Lesotho fuhren wir quasi nur durch via Mafeteng und Mohales Hoek bis zum südlichen Grenzübergang Telegate. Von dort ging es auf langen geraden Strassen Richtung Aliwal North.

In und um Lesotho Richtung Aliwal North

Am nächsten Tag ging es dann auf der N6 weiter nach Port Alfred, wo wir auf einem Camping-Platz in Nähe vom Strand (allerdings gar nicht so leicht zu finden...) unser Zelt aufgestellt haben. Unser erster Tag am Meer sollte allerdings von einem sehr kalten Wind begleitet werden, so dass wir keine Chance hatten, im Meer schwimmen zu gehen. Statt desses wanderten wir etwas über die Dünen und bewunderten die fingerabdruckartigen Windzeichnungen...

Gemeinsandkeit

Da es zudem auch noch Silvester war, hatten wir uns in einem Restaurant für ein Dinner angemeldet. Allerdings waren wir beide so müde und auch irgendwie gar nicht in Jahresendstimmung, so dass wir um 11 bereits im Schlafsack lagen und die Jahresendböller nur noch im Halbschlaf mitbekamen.

Danach ging es weiter via R72 nach Port Elizabeth. Dort machten wir nur kurz Station - am langen Strand sahen wir massenhaft Menschen (meist Farbige), die dort ihr Neujahrsgrillen abhielten. Auch weiter südlich in Port Jeffreys sah das Bild nicht unbedingt anders aus, allerdings bestand hier das Partyvolk mehr aus jugendlichen (weißen) Surf-Junkies. Auch das hielt uns nicht weiter auf, so dass wir beschlossen, gleich weiter zum Tsitsikamma National Park zu fahren (ein schöner Park direkt an der Küste. Dort hikten wir eine schöne Strecke den Otter Trail entlang bis zu einem schönen Wasserfall). Dort übernachteten wir im Storm River Village in einer Guest Lodge. Zu sehen gibt es in der Gegend (entlang der N2) weiterhin noch einen Naturpfad zum "BigTree" und für die Adrenalinjunkies noch die Möglichkeit von der Bloukransbrücke sich aus 216 m Höhe am Seil hängend in die Tiefe zu stürzen. Das sieht auch aus der Ferne ganz amüsant aus.

Wir verliesen das Eastern Cape dann in Richtung Plettenbergsbay und übernachteten in Knysna in einer sehr schönen Lodge, hoch über der Lagune im Brenton Hill Guest House. Am folgenden Tag ging es über die Seven Passes Road nach George und von dort aus via N12 nach Oudtshoorn und noch ein wenig weiter in die nördlich gelegenen Cango Caves, einem beeindruckend grossen Tropfsteinhöhlensystem. Danach besuchten wir auch noch das Cango Wildlife Reserve und fuhren von dort aus nach Mossel Bay, wo wir die Nacht verbrachten (Point Village Guest House)

Via Albertina und Swellendam ging es dann zum Kap Agulhas, wo wir bei Peter und Dean im St.Mungo's ein paar herrliche Tage verbrachten. Kap Agulhas ist der südlichste Punkt Afrika's und ist Zufluchtsort von einigen Aussteigern geworden, die sich dort mit Kleintourismus, Restauration und Kunst ihre heile Welt geschaffen haben.

dort wo Pazifik und Atlantik sich treffen Am Kap Agulhas

Leuchtturm am Kap Blick aus unserem Gästezimmer

 

to be continued...

 

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